Vorsicht vor Fructose

Wir alle haben es schon genug gelesen und gehört: Industrienahrung macht krank. Wir wissen, alle chemischen Zusätze, alle Herbizide, Fungizide und Hormone welche in der Nahrung verbleiben sind für uns schädlich. Alle Konservierungsmittel, Kunststoffe, Aluminium sowie Füllstoffe etc. sind auch ganz bestimmt nicht gesundheitsförderlich. Doch aus unserer Sicht ist der künstliche, industriell hergestellte Fruchtzucker (Fructose, Einfachzucker) das allerschlimmste industrielle Gift. Wir betonen das Wort Gift, obwohl Fructose natürlich nicht giftig ist. In der Menge wie heute Fructose üblich konsumiert wird, ist es jedoch aus unserer Sicht, bereits giftig.

Für wenige Menschen ist bereits die natürliche Fructose in Früchten und Gemüse unverträglich. Diese Stoffwechselstörung (keine Allergie) hat mehr mit Problemen im Darm zu tun. Diese Menschen müssen, bis der Darm saniert ist, besonders auf getrocknete Früchte wie auch auf sehr fructosereiche Früchte wie Trauben etc. verzichten. Ebenso ungeeignet sind Honig, Agaven-, Apfel- und Birnendicksaft sowie alle Fruchtsäfte und Süsswein.

Die natürliche Fructose

Die natürliche Fructose ist in allen Früchten und den meisten Gemüse vorhanden. Zwar ist auch die natürliche Fructose nicht unbedingt gesund. Solange die Fructose jedoch ein Bestandteil einer natürlichen Frucht oder Gemüse ist, spielen dieser negativen Faktoren praktisch keine Rolle, weil die vielen positiven Faktoren überwiegen. Besonders gesunde Früchte mit wenig Fructose sind: Avocado, Papaya, Aprikose, Zitrone, Pfirsich, Melonen, Mandarinen, Nektarinen sowie alle Beeren.

Auf folgenden Gründen ist Fructose (auch die natürliche) nicht gesund:

1. Fructose wird nicht wie Glucose direkt in den Zellen verbrannt. Es kann nicht gespeichert, sondern muss von der Leber zuerst in Fett umgewandelt werden. Dies erhöht die Blutfett- und Cholesterinwerte und wird später in den Fettdepots eingelagert. Dieses Fett wird zuerst in der Leber gespeichert, was bei einem Überkonsum von Fructose zu einer Fettleber und später zu einer Insulinresistenz und somit zu Diabetes führen kann. Wer also Cholesterin senken oder viszerales Bauchfett oder eine Fettleber loswerden will, muss so wenig wie möglich Fructose zu sich nehmen.

2. Fructose führt zudem zu einem geringeren Sättigungsgefühl. Normalerweise ist das Hormon Leptin dafür verantwortlich dem Gehirn zu vermitteln, ob die Fettdepots ausreichend gefüllt sind. Leptin wird in den Fettzellen gebildet. Sind ausreichende Fettreserven vorhanden, hemmt Leptin das Hungergefühl. Ein übermäßiger Fructosekonsum führt allerdings zu einer Leptinresistenz. Das bedeutet, dass die Signalübertragung des Sättigungsgefühls nicht mehr funktioniert und das Sättigungsgefühl ausbleibt. Somit erfährt bei hohem Fructosekonsum das Hirn nicht mehr, dass noch Fettreserven vorhanden wären und baut deshalb kein Fett mehr ab.
3. Zudem fördert Fructose das Hunger-Hormon Ghrelin. Je mehr Fructose gegessen wird, je mehr bekommt man Hunger. Das merkt man besonders, wenn man zwischendurch einen Apfel isst. Oft bekommt man nach dem Apfel noch mehr Hunger, statt dass er weggeht. Fructose heizt somit indirekt den Hunger an, je mehr man davon isst, je mehr hat man Hunger, obwohl die Fettreserven stetig zunehmen. Dies führt zu einer Fructosesucht. Man kann ohne Süsses praktisch nicht mehr leben.
4. Ein Fructoseüberschuss in der Leber setzt einen weiteren Mechanismus in Gang. Da der Fruchtzucker unter Energieverbrauch zu Fett umgewandelt wird, entstehen dabei übermässige Abfallprodukte welche zu einer Erhöhung der Harnsäure führen können. Ein Fructoseüberschuss begünstigt somit die Gicht.

5. Der Frucotseüberschuss kann nicht nur Gicht hervorrufen, sondern gilt neueren Untersuchungen zufolge auch als Auslöser des metabolischen Syndroms. Die bedeutet, dass  Fructose eine arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), eine Dyslipidämie (ungünstige Cholesterinzusammensetzung), eine Hyperinsulinämie (Prädiabetes) und eine Adipositas (Übergewicht) entwickelt kann.

Wir möchten nochmals darauf hinweisen, dass alle frucotsearmen Früchte sehr gesund sind, weil die positiven Komponenten die Negativen bei weitem übersteigen. Das Problem ist die industriell hergestellte Fructose (High Fructose Corn Syrup, HFCS). Dieses HFCS, welches aus günstiger Mais-Fructose hergestellt wird, ist deutlich süsser wie der Haushaltszucker (=Saccharose) ( Faktor 1,7 Mal). Die HFCS wird vor allem in Süßgetränken, Fertigprodukten und Süßigkeiten verwendet. HFCS verdrängt deshalb immer mehr die Saccharose, welche immerhin aus Fructose und Glucose zusammengesetzt ist. Es ist nicht so, dass unser Haushaltszucker gesund ist, jedoch besteht er immerhin zu einem grossen Anteil aus Glucose. Die Glucose ist essentiell und diese brauchen wir, in vernünftiger Menger gegessen, unbedingt. Die Fructose brauchen wir jedoch überhaupt nicht. Es ist jedoch leider so, dass die ungesunde, aber äusserst günstige Fructose massiv zunimmt. Die meisten industriellen Rezepte wurden in den letzten Jahren immer süsser, weil immer mehr HFCS zugesetzt wird. Besondere Vorsicht ist vor allem bei gesüßten Getränken geboten. Sogenanntes Functional Food, zum Beispiel Wellnessdrinks, enthalten mit bis zu 40 Gramm (pro 100 Gramm) HFCS. Im Vergleich: 100 Gramm Äpfel enthalten, neben vielen gesunden Inhaltsstoffen, etwa 5,7 Gramm Fructose. Der Fructosegehalt von Fruchtsäften ist im Vergleich zu den unverarbeiteten Früchten deutlich höher, da ihnen die Ballaststoffe fehlen. Generell sind frische und naturbelassene Nahrungsmittel den industriell hergestellten in jedem Fall vorzuziehen, da sie wertvolle Bestandteile wie Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine und Mineralien enthalten. Apfel- und Birnensaft, aber besonders auch Süsswein haben sehr hohe Fructoseanteile und sollte gemieden werden. Fruchtzucker, also die Süße aus Früchten sollte deshalb nur in natürlichen Lebensmitteln konsumiert werden.

Besonders problematisch ist, wenn nebst HFCS gleichzeitig auch das künstliche Sorbit in den Darm gelangt. Sorbit verlangsamt die bereits langsame Aufnahme von Fructose umso mehr. Diese Kombination steht in Verdacht die Fructoseunverträglichkeit zu begünstigen. Sorbit findet man besonders in zuckerfreien Bonbons und Kaugummis.

Je süsser ein industrielles Produkt schmeckt, je eher wird es mit HFCS gesüsst. Lesen Sie in der Packungsbeilage von jedem Produkt, ob Maiszucker, Isoglucose (beides Fruchtzuckerbezeichnungen) oder Fructose beigesetzt wurde. Kaufen Sie wenn möglich keine solchen industriellen Produkte. Nur der Konsument kann etwas verändern. In Zukunft soll es nicht nur gluten-, weizen- und lactosefreie, sondern vermehrt auch fructosefreie industrielle Produkte auf dem Markt geben. Dieser Trend steckt jedoch noch in den Kindeschuhen.